
Es ist Samstag, für mich der schönste Tag der Woche. Super ausgeschlafen und gut gelaunt mache ich mich auf den Weg in die Berger Straße. Die Sonne scheint mir aufs Gemüt. Samstags ist in Bornheim Wochenmarkt. Auf dem Markt einzukaufen macht mir riesigen Spaß, die vielen Eindrücke und Menschen, wunderbar. Ich schlendere an den verschiedenen Ständen vorbei und überlege welches Gemüse mich am Meisten anlacht. Mein Korb füllt sich langsam mit frischem Bio Gemüse, Bio Obst, Bio Brot eben alles was ich so für das Wochenende brauche. Dann noch schnell in den Bio Laden für frische Produkte wie Butter und Milch und der Einkauf ist komplett. Gut gelaunt komme ich zu Hause an. Ich schließe die Tür und begrüße meinen Kater Willi. Freudig folgt er mir wie immer in die Küche um zu sehen was ich Gutes mitgebracht habe.
Den Rest des Nachmittags verbringe ich mit einem guten Buch auf dem Sofa. Einen Tag lang nur im Schlabber Look sein, herrlich. 20:30 Zeit fürs Abendessen. Kaum stehe ich in der Küche, ist Willi schon zur Stelle. „Ja mein, Großer, Du bekommst jetzt auch was.“ Ich öffne die Schublade, da fällt es mir wie Schuppen von den Augen, „Mist ich habe das Katzenfutter vergessen“ raune ich leise. Ein Blick zu Willi verrät mir sofort, er hat alles verstanden. Er wirft mir einen schnippischen Blick zu und setzt sich demonstrativ neben seinen Futternapf. Sein Blick bleibt vehement auf mir. Es ist schon nach 20:00. Der Bio Laden in dem ich sonst Willis Futter kaufe ist bereits geschlossen. Ich merke wie ich immer nervöser werde. Willi beobachtet jeden Schritt. Tatsache ist, der Kater braucht sein Futter. Hastig verlasse ich die Küche und ziehe mir ein Paar Schlappen an die Füsse. Auf dem Weg zur Haustür falle ich fast hin, weil Willi mir ständig maunzend vor den Füßen herum läuft. Ich rufe „bin gleich wieder da“ und schon bin auf dem Weg zu meinem Nachbarn, der ein Stockwerk unter mir wohnt.
Michael, Rettung in der Not
Michael hat zwei Katzen und ist sehr öko. Bestimmt kann er mir mit zwei Schälchen Bio Futter aushelfen. Was ein Glück, er ist zu Hause. Michael bittet mich gleich herein. Wahrscheinlich will er vermeiden, dass mich Jemand im Schlabber Look in seine Wohnung gehen sieht. Bei dem Gedanken bemerke ich selbst, was für einen Eindruck ich machen muss. Rosa Leggins weißes riesiges T-Shirt kombiniert mit einer rosa Strickjacke, die mir meine Oma gestrickt hat. Egal, für Willi nehme ich solche Strapazen auf mich. Als ich Michael meine Bitte nach Bio Katzenfutter vortrage schaut er mich verwundert an. „Ich dachte Du würdest Dein Futter selbst kochen!“ Ich erröte und erkläre ihm, dass ich nun mal wenig Zeit habe und wie das eben so ist. Nach einem zwanzig minütigem Vortrag über gesunde Katzen Ernährung bin ich wieder im Treppenhaus.
In meiner Wohnung geht das gleiche Spiel wie vorher wieder los. Willi will fressen und das schnell, seine Blicke lernen mir das Fürchten. Michael hat mir Bio Hühnermägen und Herzen mitgegeben, zusammen mit Bio Reis und Bio Karotten soll ich Willi eine schmackhafte Mahlzeit kochen. Allein bei dem Anblick wird mir schon schlecht. Die Übelkeit muss warten, Willi miaut inzwischen Non-Stop. Ich schneide die Karotten und gebe sie mit den Bio Huhn Innereien in einen Topf. Langsam breitet sich ein fürchterlicher Geruch in der Wohnung aus. Michael gab mir den Rat gleich mehr zu kochen und den Rest dann in Portionen einzufrieren, gesagt getan. Die Küchenuhr klingelt. „So Willi, Essen ist fertig!“ rufe ich enthusiastisch und laufe zurück in die Küche. Beim Eintritt in die Küche trifft mich fast der Schlag, der Geruch ist unbeschreiblich. Hektisch reiße ich das Fenster auf. Auf die Idee hätte ich schon vorher kommen können. Willi scheint den Geruch zu mögen und streicht mir ohne Unterlass um die Beine. So jetzt noch eine Portion abkühlen lassen und dann geht es los. Der Geruch verzieht sich langsam und Willi bekommt seine erste Portion selbst gekochtes Katzenfutter. Mit langen Zähnen wird mein Werk ausgiebig beschnüffelt Ich lasse ihn keine Sekunde aus den Augen und hoffe dass er frisst. Ansonsten muss ich im Supermarkt am Frankfurter Hauptbahnhof Katzenfutter kaufen. Willi dreht einen weiteren Kreis um die Schüssel und frisst. Entspannung tritt ein.
Einige Wochen später
Es ist wieder Wochenende, im Flur treffe ich auf meinen Nachbarn Michael. „Oh Du kannst ja auch anders“ bemerkt er entzückt. Sarkastisch erkläre ich ihm den Unterschied zwischen stay at home Schlabber Look und ich war mit meiner Freundin zum Shoppen verabredet Look. Lachend fragt er mich nach Willi. Ich druckse herum und erkläre ihm, dass der Geruch schier unerträglich für mich ist und ich deswegen wieder auf Katzenfutter aus dem Bio Laden umgestiegen bin. Michael gesteht mir, dass der Geruch wirklich unangenehm ist und er deswegen auch öfter Katzenfutter im Bio Laden kauft.
Geteiltes Leid ist halbes Leid. Michael lädt mich prompt zu einer Katzenfutter-Koch Party ein. Da habe er den Geruch und wir das Vergnügen. Selbstverständlich stimme ich sofort zu, das ist meine große Chance den unnahbaren Michael besser kennenzulernen. Und Willi hat es auch einigermaßen gut geschmeckt. Da bleibt nur eine Frage, was soll ich nur anziehen? Schlabberlook oder doch eine gute Klamotte dem gekochte Innereien Geruch aussetzen? Vielleicht bringe ich auch ein paar Schälchen Bio Katzenfutter mit und wir überspringen das Kochen. Mit einem Blick in Michaels Gesicht ist mir klar, wir werden gemeinsam Katzenfutter kochen und wofür gibt es schließlich Waschmaschinen?!
