
Kennt Ihr das, diese Tage an denen alles schnell gehen muss?! Wieder einmal viel zu lange im Büro geblieben und dann auch noch schnell einkaufen. Abgesehen davon, dass ich meine eigenen Vorräte aufstocken muss, braucht der dicke Kater Willi auch sein Katzenfutter. Sonst knurrt heute Abend der Magen im Duett mit dem von Willi, schnurren klingt anders.
19:30 Uhr, mein Lieblings Bio Laden an der Ecke hat schon zu. Mist, bleibt nur noch eins, ab in den großen Supermarkt. Die haben doch auch Bio oder? Egal, es muss was zu essen her, sonst sitzen Willi und ich heute Abend mit Messer und Gabel voreinander und der schnellere gewinnt den Braten.
Erlebnisse im Supermarkt.
Es ist lange her, dass ich hier einkaufen war. Die Supermarkt Aufteilung ist noch so wie früher, erst die Obst und Gemüseabteilung, dann geht es zu den frischen Produkten. Ich bin völlig überfordert. Gestresst und müde laufe ich mit meinem klapperndem Einkaufswagen durch die Gänge. Was gibt es heute überhaupt zu essen? Gemüse, klar ich esse inzwischen fast ausschließlich Gemüse. Die Gemüseabteilung habe ich vor fünf Minuten schon passiert. Also Kehrtwende und wieder zurück. „Sie können hier jetzt nicht durch!“, schreit mir eine genervte Stimme entgegen. Huch, denke ich, habe ich ein Kapitalverbrechen begangen? Die freundliche Dame scheint anhand meines Gesichtsausdrucks zu merken, dass ich ein bisschen begriffsstutzig bin. „Ich hab hier frisch durch gewischt, mit Ihren Stöckelschuhen rutschen Sie mir noch aus und dann gibt es Ärger.“ Meine Stöckelschuhe sind sogenannte vegane und vor allem schicke Pumps die ich in einem kleinen Laden im Öderweg gekauft habe. Der netten Dame das zu erklären wären „Perlen vor die Säue“ wie meine Mutter sagen würde. So ruhig und gelassen wie möglich versuche ich zu erklären, dass ich noch Bio-Gemüse für meine Abendmahl benötige. „Ach so eine sind Sie!“ erwidert sie abschätzig. „Mein Mann nennt so welche wie Sie Teesocken!“ kichernd räumt sie das Feld.
Ich koche vor Wut und würde ihr am Liebsten mit meiner veganen Handtasche eins über braten. Ich schaue auf meine Füße und finde meine Schuhe sind ökologisch korrekt und sehen gut aus, von wegen Teesocke. Langsam tippel ich zum Gemüse. Tja, die Bio Auswahl ist leider begrenzt. Ich entscheide mich für Bio Cherry Tomaten, dann brauche ich nur noch Bio Mozzarella. Bio Balsamico, Bio Olivenöl und selbst gezogenen Basilikum habe ich schon zu Hause. Super, jetzt fehlt nur noch Katzenfutter und mein Kater Willi und ich können uns auf einen gemütlichen Abend freuen.
Nachdem ich zehn Minuten an der Kasse gestanden habe, bin ich endlich dran. „So, das macht dann 10 Euro und 12 Cent.“ näselt die Kassiererin. Klar, 10 Euro und 12 Cent sind keine grosse Summe. Ich finde allerdings, für 500g Bio Cherry Tomaten, einen Bio Mozzarella und zwei Schälchen Katzenfutter ist das eine Menge Geld. Die Kassiererin scheint meinen grimmigen Blick erhascht zu haben, als ich ihr das abgezählte Geld gebe. „Bio ist halt teuer!“ sagt sie schnippisch. Aus der Schlange hinter mir höre ich eine zustimmendes knurren. Mir reichts, ich bin für heute bedient. Bevor ich mich auf eine Diskussion einlasse suche ich das Weite.
Es ist vollbracht.
Draussen angekommen atme ich tief durch, setze mich in die U-Bahn und fahre nach Hause. Die 10 Euro und 12 Cent für das bisschen Essen bleiben in meinem Kopf hängen. Wäre ich zu meinem Lieblings Bio Laden an der Ecke gegangen, hätte ich weniger als die Hälfte gezahlt.
Von nun an werde ich in der Mittagspause etwas einkaufen wenn ich weiß, dass es wieder später wird bei der Arbeit. Zufrieden mit meinem Entschluss lehne ich mich in den U-Bahn Sitz zurück. Ich freue mich auf meine selbst gestrickten Wollsocken und die bequeme Hose die ich zum gemeinsamen Abendessen mit meinem Kater Willi tragen werde. „Ich wusste doch, sie sind eine Teesocke!“ höre ich die keifende Stimme der Verkäuferin in meinen Gedanken sagen. „Nur weil ich gesund lebe, Bio Produkte und selbstgestrickte Wollsocken mag, bin ich noch lange keine Teesocke!“

Ich kann nur jedem empfehlen, in kleine Bio Läden zu gehen, wo man noch freunldich und anständig bedient wird. Immerhin leben diese Menschen von unseren Geld, das scheinen aber viele dieser Personen nicht zu realisieren.
Selbst gehe ich schon lange nicht mehr in Supermärkten einkaufen, es ergibt einfach keinen Sinn, man lebt ja nur einmal, zumindest als die Person, die man gerade ist, und man sollte darauf achten, seinen Körper nur mit qualitativ hochwertiger Nahrung, mit vielen Nährstoffen zu versorgen. Je ursprünglicher und unverarbeiteter, desto besser.
Danke für Deinen klasse Beitrag, Deine Internetseite ist einfach sensationell!